Sechzehn in einem Boot

Wanderrudern  7. September 2014  

Am Sonntag, den 7. September, hatten wir die Gelegenheit, das neue Kirchboot des Landesruderverbandes auszuprobieren, welches fortan in Radolfzell am Bodensee stationiert ist. Wir machten uns also in aller Früh auf nach Radolfzell, wo wir uns mit einem Großteil der Mannschaft bereits am Bahnhof trafen, um gemeinsam mit dem Zug nach Kreuzlingen zu fahren. Denn dort befand sich das Boot, nachdem es tags zuvor schon für einem Rudermarathon dort eingesetzt worden war. Unsere Aufgabe war es nun, das Boot zurück nach Radolfzell zu rudern.

Bei einem Kirchboot handelt es sich um ein Mannschaftsruderboot, das seinen Ursprung in Finnland hat und dort von den Dorfgemeinschaften genutzt wurde, um sonntags gemeinsam zur Kirche zu rudern oder andere Feierlichkeiten (Hochzeiten etc.) gemeinsam zu begehen. Seine Konstruktion lehnt sich an das Langboot der Wikinger an. Es hat einen Kiel und einen hochgezogenen Bug und kann aufgrund seiner strömungsgünstigen Bauweise durchaus flott gerudert werden. Ein Kirchboot ist also keinesfalls zu vergleichen mit einer Barke.

Kirchboot

Nachdem wir unser 350 kg schweres Boot über untergelegte Holzscheite glücklich ins Wasser bugsiert hatten, hieß es: in Zweierreihen Platz nehmen! – und jeder bekam einen ordentlichen Holzprügel in die Hände, der gemeinhin auch „Riemen“ genannt wird, und schon stachen wir in See. Nun erwies sich das Rudern als unproblematisch und das Boot den Wellen des Bodensees gegenüber wunderbar unempfindlich. Wir hatten viel Platz und konnten bei den Pausen unterwegs bedenkenlos aufstehen, im Boot herumwandern und das schöne Wetter und die schöne Gegend genießen. Natürlich wurden, da wir ja auch etwas lernen sollten, auch Manöver geübt wie z.B. „Backbord lang!“ oder „Steuerbord lang!“ und es zeigte sich, dass das Boot durchaus weiter gerudert und auf Kurs gehalten werden konnte von der jeweils tätigen Mannschaftshälfte. Das freute natürlich die andere Hälfte, die um die unverhoffte Pause nicht böse waren. Diese Manöver waren auch nötig, als wir die Engstelle unter dem Reichenaudamm passierten, was dank unseres umsichtigen Steuermannes auch im wahrsten Wortsinne reibungslos gelang.

Vor dem Anlegen in Radolfzell entboten wir noch den „finnischen Gruß“, indem wir die Riemen aus den Dollen nahmen und die Blätter senkrecht in den Himmel hoben; ein Bild, wie man es auch auf der Vogalonga zu sehen bekommt. In Radolfzell verluden wir das Boot auf den Anhänger, der extra für dieses Boot angeschafft worden ist, und in einem gemeinsamen Mittagessen endete diese Unternehmung.

Conny Schubert