Marbacher Junioren stark in Oberschleißheim

Leistungssport  10. Mai 2016  

Schon nach der ersten Rückmeldung der Veranstalter nach Meldeschluss zur Internationalen DRV Junioren-Regatta auf der Olympia-Regattastrecke in München-Oberschleißheim war klar, dass es in diesem Jahr für die Leistungsruderer äußerst anspruchsvoll werden würde, um auf die vorderen Plätze zu kommen. Rund 820 Athleten im Alter von 15-18 Jahren waren am Start, insgesamt besetzten die Sportler aus 15 Nationen 2.243 Rollsitze in 76 Rennen – ein Rekordmeldeergebnis.
Neben den Ruderern aus dem Deutschen Ruderverband stellten die Tschechische Republik, Großbritannien und die Schweiz die größten Teams. Zudem waren Ruderer aus Argentinien, Belgien, Frankreich, Italien, Japan, Kroatien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Simbabwe und Slowenien am Start.

Der Marbacher Ruderverein war bereits am frühen Donnerstag angereist, um sich direkt auf der Regattastrecke auf die Ruderwettkämpfe vorzubereiten. Eine Strategie, die sich ausbezahlt hat, denn dieses Wochenende waren es nicht die Wellen mit denen die Ruderer zu kämpfen hatte, sondern ein böiger Gegen-Seitenwind, der unerwartet dem Bootslauf Kontra gab und die Ruderblätter unsanft verwirbelte.

Einer, dem diese Bedingungen höchsten Respekt einflößten und der seine Nerven nur unter großen Anstrengungen in Griff halten konnte, holte am Samstag gleich zwei erste Plätze. Mit kraftvollen gleichmäßigen Ruderschlägen gewann David Keefer souverän sein Einer-Rennen, und sicherte sich damit das Recht, im Finallauf am Sonntag starten zu können, mit drei Sekunden Abstand zu dem Zweitplatzierten vom Wiener Ruderklub Donau. Zwei Stunden später durfte David Keefer erneut am Siegersteg anliegen, dieses Mal im gesteuerten Doppelvierer der B-Junioren. Die Bedingungen für die 4 Junioren mit ihrem Steuermann waren alles andere als günstig. Bei Gegenwind profitieren die großen schweren Ruderer und genau diese waren mit am Start. Besonders die Mannschaften aus Hamburg und Magdeburg brachten an Kilogramm einiges mehr auf die Waage und an Muskelmasse auch einiges mehr auf das Ergometer. Doch bereits am Start schraubte der Schlagmann vom RV Neptun Konstanz die Schlagzahl in die Höhe. Mit mehr als 40 Einsätzen in der Minute bei hervorragender Technik schob sich das Boot aus Baden-Württemberg Richtung Ziel. Das Boot aus dem Osten biss sich allerdings fest und so konnte nur ein beherzter Endspurt nach einem kräfteraubenden Rennen die Junioren aus dem Süd-Westen als erste über die Ziellinien bringen. Dieser Einsatz wurde belohnt und so konnte David Keefer gemeinsam mit seinen Mannschaftkollegen aus Überlingen und Konstanz am Siegersteg anlegen.

Wieder einmal zeigte auch die Leichtgewichtsruderin Antonia Wuerich, was an Talent, Leistungsfähigkeit und Wille in ihr steckt. Auch sie holte am Samstag gleich zwei Medaillen. Im leichten Doppelzweier ging sie mit ihrer Mannheimer Partnerin Hannah Rieder an den Start. Nach einem Rennen auf Augenhöhe mit einer weiteren Baden-Württembergischen Mannschaft aus Eberbach konnten sie auf den letzten 500 Metern das Rennen für sich entscheiden. Am Sonntag ging das Rennen gerade andersherum aus, während die übrigen Mannschaften im Kampf um Platz 1 und 2 keine Rolle spielten – ein gutes Zeichen für die Stärke in diesem Bereich für die beiden Vereine am Neckar.

Auch im leichten Einer dominierte Antonia das Rennen am Samstag – mit ruhigen kräftigen Schlägen, ihr Markenzeichen, schob sie sich von Anfang an nach vorne und setzte sich immer mehr vom Verfolgerfeld ab.

Eine hervorragende Leistung zeigte auch der Junior-B-Achter aus Baden-Württemberg. Nach einigen schwierigen Jahren sitzt nun eine leistungsstarke Mannschaft in diesem Flaggschiff und greift ganz vorne ins Geschehen ein. Nur das Boot aus Hamburg konnte an den Baden-Württemberger vorbeiziehen, die anderen Bundesländer konnten an die beiden führenden Boote nicht herankommen, genauso wenig wie die Achter-Teams aus dem Ausland. Mit im Achter sitzt der Marbacher Ruderer Jannik Metzger, der sich auch jetzt wieder in den Pfingstferien im Trainingslager im Leistungszentrum Breisach mit hartem Training und vielen Ruderkilometer auf die kommende Meisterschaft konzentrieren wird.

Im Juniorinnen A Bereich fuhren Annelie Gering und Laura Friedl Vierer und Achter. Während der Vierer am Samstag einen sehr guten dritten Platz hinter Hamburg und Dortmund einfuhr, war der Sonntag eher unglücklich – sowohl der Vierer als auch der Achter war krankheits- und fiebergeschwächt, so dass der Achter am Sonntag nicht in der geplanten Besetzung starten konnte. Hier wird man weitere Ergebnisse in Köln und Hamburg abwarten müssen, um die Marschrichtung im Hinblick auf die Bootsklasse der beiden Juniorinnen zur Deutschen Juniorenmeisterschaft festlegen zu können.