50. Marbacher Ruderregatta

Leistungssport  28. September 2017  

Der Achter gilt als die Königsklasse im Rudersport. Die 50. Marbacher Ruderregatta stand ganz im Zeichen dieser royalen Bootsgattung. Am Samstag gab es vier Achterrennen in den jeweiligen Kategorien Masters, Männer, Frauen und Junioren, am Sonntag kam zusätzlich zu den vier Rennen noch der Juniorinnen-Achter dazu. Schon mit der Ausschreibung Ende 2016 war klar, dass der Marbacher Ruderverein den Ehrgeiz haben würde, in allen Achterrennen eine eigene Mannschaft zu stellen. Für einen mittelgroßen Ruderverein mit rund 300 Mitgliedern war dies ein durchaus anspruchsvolles Vorhaben.

Während sich die Masters, Männer und Frauen mit zweiten und dritten Plätzen ehrenhaft geschlagen geben mussten, konnten die Marbacher Junioren sowohl am Samstag, als auch am Sonntag am Siegersteg anlegen. Auch wenn der Achter überwiegend aus Marbacher Ruderern bestand, so darf nicht unterschlagen werden, dass kompetente Verstärkung aus Nürtingen, Tübingen und Überlingen mit im Achter saß. Besonders der Nürtinger Oliver Peikert – Bronzegewinner bei den Juniorenweltmeisterschaften 2017 im gesteuerten Vierer – war ein Zugewinn an PS und Rennerfahrung im Boot und nebenbei ein hervorragender Schlagmann.

Unter dem Motto „Mädchen an die Riemen“ gab es zum Jubiläum einen Juniorinnen-Würfel-Achter. In diesen konnten alle Vereine ihre Mädchen melden und per Losverfahren wurden drei Achter besetzt. Auf diese Weise haben auch Ruderinnen, die sonst keine Möglichkeit zum Achterfahren in ihren Heimatvereinen haben, die Chance in dieser Bootsgattung an den Start zu gehen. Als Sieg winkte ein Kartoffelsack Gummibärchen und diese bärigen Preise wollte sich keine Mannschaft entgehen lassen. Spannung, Freude und vereinsübergreifender Teamgeist in den einzelnen Achtern war ein Ergebnis, das in die Überlegung für das nächste Jahr bereits am Einfließen ist.

Insgesamt 14 Mal konnten Marbacher Boote oder Boote mit Marbacher Beteiligung am Siegersteg anlegen. In der schwierigsten Bootsklasse, dem Riemenzweier ohne Steuermann, schoben Michael Breitenbücher und Paul Weigelt an beiden Renntagen ihren Bugball als erste über die Ziellinie. Auch der Nachwuchs in dieser Bootsklasse setzt bereits Ausrufezeichen und Jannik Metzger und Louis Tafelmaier gewannen am Sonntag die Juniorenklasse mit deutlichem Vorsprung auf die zweitplatzierten aus Worms. Bereits am ersten Renntag setzte sich ein Boot mit Marbacher Beteiligung durch, so konnten hier der Marbacher David Keefer mit seinem Partner aus Überlingen Ferdinand Torner das Rennen für sich entscheiden.

Antonia Wuerich, Deutsche U17-Meisterin 2016 im leichten Doppelzweier, fuhr an beiden Tagen mit ihrer Partnerin aus dem vergangen Jahr, Hannah Rieder, sowie zwei weiteren Ludwigshafener Ruderinnen im Juniorinnen-A-Vierer und konnte sich mit dieser Mannschaft gegen die ebenfalls hochkarätigen Vierer aus Eberbach und Nürtingen behaupten.

Der erfolgreichste Marbacher Ruderer aus dem Kinderbereich war Simon Gering, der noch der untersten Altersgruppe 12 Jahre und jünger angehört. Gering konnte am Sonntag gleich zweimal die begehrte Medaille um den Hals tragen, zuerst siegte er im Einer, kurz darauf im Zweier mit seinem um ein Jahr älteren und damit 12 Jahre alten Partner Johannes Krutina.

Weitere Siege holten Annelie Gering und Laura Friedl im Frauen-Doppelvierer, Cora Knöller und Carla Berger im Juniorinnen-A-Doppelzweier sowie Tassilo Schwab und Lena Schubert im Mix-Masters-Doppelzweier. Tassilo Schwab durfte gleich zweimal am Siegessteg anlegen – er gewann die Kategorie Vereins-Gig-Vierer mit seinen Marbacher Kameraden Jana Kamp, Mohammad Ali Assaf und Jonas Schmidt.

Ein absolutes Highlight der Marbacher Regatta sind die Corporate-Rennen, also die Rennen der Firmenmannschaften im Anfänger- und Fortgeschrittenenbereich. Mit sechs Mal Training werden die Mannschaften auf ihr Rennen vorbereitet. Melden mehr als vier Mannschaften in einer der beiden Leistungsklassen, so werden Vorläufe ausgefahren, um die drei besten Mannschaften zu ermitteln. Bei den Anfängern siegte die Mannschaft der Firma Trumpf Lasersysteme GmbH vor der Vector Informatik GmbH und der teamtechnik GmbH. Bei den Fortgeschrittenen hatte die Firma teamtechnik GmbH dann den Bugball vorne und ließ im Finale Hainbuch GmbH und BBP Kunststoffwerk nur die Plätze zwei und drei übrig. Spannende Rennen, die mit einer guten Portion Spaß, aber auch mit Ehrgeiz, Teamgeist und Freude am Sport gewürzt waren.

Weitere Bilder gibt es auch auf Flickr, vielen Dank an Christian Berg.