Internationale Juniorenregatta München 2017

Leistungssport  19. Mai 2017  

Der Zielbereich der Regattastrecke in München-Oberschleißheim

Sportler aus 15 Nationen, 2.392 Rollsitze in 72 Rennen mit 245 einzelnen Läufen – so sieht ein Highlight im Bereich der Junioren-Wettkämpfe in München aus. Am vergangenen Wochenende fand die Int. Juniorenregatta statt, bei der 900 Athleten im Alter von 15-18 Jahren an den Start gegangen waren.

Neben den deutschen Ruderern stellten die Tschechische Republik, Österreich und Großbritannien die größten Teams in München. Außerdem waren Ruderer aus den Nationalverbänden wie zum Beispiel Argentinien, Georgien, Finnland, Japan und Simbabwe am Start.

Mit dabei auch sieben Ruderer des Marbacher Rudervereins, die sich in unterschiedlichen Bootsklassen der nationalen und internationalen Konkurrenz gestellt haben. Die zwei jüngsten Ruderer aus Marbach waren die B-Junioren Johannes Baier und Louis Tafelmaier. Johannes Baier startete in der leichten B-Juniorenklasse im Einer und im Doppelzweier. Seine Stärke lag am Wochenende eindeutig im Einer. Er qualifizierte sich am Samstag für das B-Finale und konnte dort einen guten vierten Platz belegen. Louis Tafelmaier startete mit Paul Weigelt eine Altersklasse höher, da Weigelt bereits dem A-Juniorenbereich angehört. Die beiden zeigten sich am Samstag noch ob der Konkurrenz verunsichert, konnten dann aber am Sonntag ohne Leistungsdruck zeigen, was sie am Riemen haben und kamen im dritten Lauf auf einen respektablen dritten Platz. Diese Platzierung machte die Entscheidung für die Trainerin Heike Breitenbücher schwer, Tafelmaier in Zukunft im B-Bereich im Baden-Württembergischen Großboot starten zu lassen. Sicherlich wird er hier die Mannschaft stärken können, startet im richtigen Altersbereich und hat Medaillenchancen auf den Deutschen Juniorenmeisterschaft im Juni. Gleichzeitig wird dadurch ein guter Vereinszweier auseinandergenommen.

Jannik Metzger startete an beiden Tagen im Südteam-Vierer und -Achter – er gehört zum Kader der fünf südlichen Bundesländer. Während der Vierer nochmals umgesetzt werden wird, konnte sich der Achter für das A-Finale qualifizieren, erreichte aber einen nicht zufriedenstellenden fünften Platz. Auch dies wird noch Umbesetzungen und viel Arbeit am gemeinsamen Rudern nach sich ziehen müssen.

David Keefer und sein Überlinger Partner Ferdinand Torner starteten im Zweier ohne. Sie erreichten ohne Probleme das B-Finale und konnten sich dort am Sonntag den zweiten Platz sichern. Für die beiden muss nach der Regatta Köln beantwortet werden, ob sie dem Zweier treu bleiben oder eine Baden-Württembergische Verschmelzung in Richtung Vierer mit Jannik Metzger und seinem Tübinger Partner Paul Burger eingehen.

Antonia Wuerich startete im Einer und mit Anne Mittenmayer in einem Renngemeinschaftsvierer mit Heilbronn, da ihre Partnerin Luise Münch aus Heilbronn noch mitten im Abitur steckte. Die beiden werden in der Saison einen leichten Juniorinnen-A-Doppelzweier fahren. Für Wuerich war das Münchner Wochenende noch nicht ideal. Die Nachwirkungen eines gerissenen Bandes am Fußgelenk machten ihr so zu schaffen, dass aus Rücksicht auf ihre Gesundheit, aber gegen ihren Kampfwillen, die Trainerin das Rennen am Sonntag abmeldete.

Die Regattastrecke in München aus dem Jahr 1972 ist in die Jahre gekommen und in verschiedenen Bereichen müsste die Stadt München kräftig investieren, so dass auch eine Schließung bereits im Raum stand. Für den Rudersport im Süden Deutschland wäre dies ein harter Schlag. Die Petition „Regatta ohne Regatta? Nein danke!“ zum Erhalt der Regattastrecke wurde mit 16.117 Unterzeichnern im Dezember 2016 an die Münchner Bürgermeisterin Christine Strobl übergeben. Die Ruder- und Kanuvereine des Südens hoffen auf eine gute und positive Lösung.