Heidelberger Ruderregatta

Leistungssport  16. Mai 2018  

Eva Weiß und Kim Löwer

Acht Siege für den Marbacher Ruderverein – acht Boote, die auf einer der schönsten Regattenstrecken Deutschlands am Siegersteg anlegen durften. Die Medaillen werden vor der Kulisse der Heidelberger Altstadt verliehen – darüber wacht das Heidelberger Schloss.

Die Heidelberger Regatta stand in diesem Jahr hauptsächlich dem Nachwuchs aus Marbach offen. Die Junioren A und B, die dem Landeskader angehören, hatten eine Pause verordnet bekommen, um am nächsten Wochenende wieder auf der Kölner Juniorenregatta regeneriert und renndurstig an den Start zu gehen.

Dass der Nachwuchs aber in die Fußstapfen ihres Trainers David Keefer treten will, machten die Junioren C, die Ruderer bis 14 Jahre, mehr als deutlich. Rosanna Profittlich und Mira Gerbershagen siegten im Doppelzweier der 12- und 13-jährigen Mädchen am Samstag vor ihren Gegnerinnen aus Aschaffenburg und Bamberg. Am Sonntag wurde die Kombination im älteren Jahrgang mit Lina Henschel und Gerbershagen im Doppelzweier gefahren. Auch hier ging der Sieg an die Marbacherinnen. Profittlich ging am Sonntag in den leichten Mädchen-Einer der 13-jährigen und schon am Start machte sie ihren Siegesanspruch deutlich und schob ihren Bugball mit 6 Sekunden Vorsprung vor der Zweitplatzierten über die Ziellinie. 1000 Meter ist die Strecke für die Junioren C lang. Bei Wind, Wellen und Strömung bietet die Strecke eine physische und psychische Herausforderung für den Rudernachwuchs. Noch zarte 12 Jahre alt ist Simon Gering, der aber bereits auf zwei Regattajahre Erfahrung zurückblicken kann – er beendete am Sonntag sein Einerrennen ebenfalls als Erster und durfte die Heidelberger Medaille mit dem Schlossemblem in Empfang nehmen.

Im Junioren-B-Bereich der 15- und 16-jährigen starteten Kim Löwer und Eva Weiß im Doppelzweier. Nach dem Sieg am Samstag wurden sie am Sonntag in den ersten Lauf gesetzt und gingen auch hier als Sieger hervor. Sehr gute Leistung für die jungen Ruderinnen.

Jonas Schmidt ist zwar kein Neuling im Rudern, aber im Männerbereich gehört er dennoch zu den Jüngeren mit seinen 20 Jahren. Entschlossen legte er am Start einen Vorsprung hin, den er dank seiner ausgezeichneten Ausdauer und Kraft deutlich bis ins Ziel ausbauen konnte. Sieg für Schmidt über die längere 1500-Meter-Distanz.

Das letzte Rennen mit Marbacher Beteiligung war der offene Frauen-Doppelvierer. Als Test wurden hier die schnellsten leichten baden-württembergischen Juniorinnen der Regatta München in einen Vierer gesetzt. Ohne vorheriges gemeinsames Training in dieser Bootsklasse hatten die Juniorinnen bereits nach 500 Metern einen komfortablen Vorsprung zu den drei übrigen Frauenbooten. Kontrolliert bauten sie Distanz auf die Verfolgerboote weiter aus und fuhren den Sieg sicher nach Hause.  Antonia Wuerich saß hier für den Marbacher Ruderverein mit im Siegerboot.

Nachwuchsförderung bedeutet aber auch, dass Ruderer die Chance bekommen ihr allererstes Rennen zu fahren. Für drei Ruderer war dies der Fall. Der A-Junior Hendrik Basilowski konnte sich am Samstag in seiner Abteilung auf Platz 2 schieben. Niklas Burkert und Moritz Tafelmaier starteten ihr erstes Rennen gleich in der schwierigsten Bootsklasse überhaupt – dem Zweier ohne Steuermann. Hier hat jeder Ruderer nur ein Ruder, den Riemen, und beide müssen gleichzeitig ins Wasser, wieder ausheben und das mit der gleichen Geschwindigkeit und dem gleichen Krafteinsatz. Wer nun weiß, dass die Strecke unter zwei Brückenöffnungen durchführt, die Strömung tückisch ist und dazu noch von Wind und Wellen garniert war, der kann sich vorstellen, dass der Trainerin Heike Breitenbücher das kenterfreie und brückenpfeiler-meidende Ankommen der Novizen im Vordergrund stand. Die Aufgabe wurden am Samstag souverän gemeistert und so konnten Burkert und Tafelmaier am Sonntag bereits Gas geben und schoben sich an einem Gegner vorbei. Von Platz 2 trennten sie lediglich zwei Zehntelsekunden. Von diesen beiden erstjährigen B-Junioren wird man sicher noch hören.